{"id":217,"date":"2017-03-08T12:24:36","date_gmt":"2017-03-08T12:24:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/?page_id=217"},"modified":"2018-05-24T19:58:05","modified_gmt":"2018-05-24T19:58:05","slug":"flow","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/?page_id=217","title":{"rendered":"Ausgew\u00e4hlte Themen"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"flow\"><\/a><\/p>\n<h3>Flow<\/h3>\n<p>Die Flow-Forschung entstand aus dem Bed\u00fcrfnis heraus, intrinsische Motivation bzw. selbstzweckhafte Aktivit\u00e4ten in ihrer Tiefe zu verstehen. Unter intrinsischer Motivation bzw. selbstzweckhaften Aktivit\u00e4ten, versteht man Aktivit\u00e4ten, die an und f\u00fcr sich motivierend und belohnend sind. Das charakteristische Erleben von Personen, die intrinsisch motivierte T\u00e4tigkeiten aus\u00fcben, bezeichnet man als Flow. Flow zeichnet sich durch eine intensive Konzentration und ein vollkommenes Aufgehen in eine gerade durchgef\u00fchrte T\u00e4tigkeit aus. Beim Flow kommt es zu einer Verzerrung des Zeiterlebens, zu einer Verschmelzung von Handlung und Bewusstsein und zu einem Verlust des Selbst in der T\u00e4tigkeit. Der oder die Handelnde hat zudem das Gef\u00fchl, die Situation im Griff zu haben und f\u00fchlt sich durch die Durchf\u00fchrung selbst und nicht durch das Ergebnis der Handlung belohnt (Csikszentmihalyi, 1975, 2000, 1990; Csikszentmihalyi &amp; Larson, 1987; Csikszentmihalyi &amp; LeFevre, 1989; Nakamura &amp; Csikszentmihalyi, 2002).<\/p>\n<p><a name=\"geschichteflow\"><\/a><\/p>\n<h4>Geschichte<\/h4>\n<p>Der Pionier dieses Gebiets, Mihaly Csikszentmihalyi, untersuchte in den 1960er Jahren den kreativen Prozess von K\u00fcnstlern. Er beobachtete, dass die Maler konzentriert an der Fortf\u00fchrung ihres Gem\u00e4ldes arbeiteten und dabei Essen und Schlaf vergassen. Sobald das Werk vollendet war, verloren die K\u00fcnstler \u00fcberraschenderweise das Interesse an ihrer k\u00fcnstlerischen Kreation. Extrinsische Motivation (durch \u00e4ussere Reize hervorgerufene Form der Motivation, z. B. Belohnung\/Bestrafung) schien bei den K\u00fcnstlern keinen hohen Stellenwert zu haben, stattdessen waren sie intrinsisch motiviert. Aus dem Verlangen heraus, dieses Ph\u00e4nomen zu verstehen, untersuchten Csikszentmihalyi und seine Kollegen in den 1980er und 1990er Jahren in Italien den Flow. Um die Bedingungen dieser optimalen Erfahrung in ihrer Tiefe zu verstehen, f\u00fchrte Csikszentmihalyi (1975, 2000) Studien an Schachspielern, Kletterern und T\u00e4nzern (T\u00e4tigkeiten, die eher intrinsisch motiviert sind) sowie an Chirurgen und Lehrern (T\u00e4tigkeiten, die sowohl intrinsisch \u2013 Freude \u2013 als auch extrinsisch \u2013 Prestige, Geld \u2013 motiviert sein k\u00f6nnen), durch. Es stellte sich heraus, dass die Befragten aus den verschiedenen Gruppen sehr \u00e4hnliche Beschreibungen f\u00fcr das optimale Erleben verwendeten. Dieses wurde von Csikszentmihalyi &#8222;Flow&#8220; genannt.<\/p>\n<p><a name=\"flowerfahrung\"><\/a><\/p>\n<h4>Die Flow-Erfahrung<\/h4>\n<p>Um Flow zu erleben, m\u00fcssen zwei Bedingungen erf\u00fcllt sein:<\/p>\n<p>1. Wahrgenommene Herausforderungen bzw. Handlungsm\u00f6glichkeiten, die den eigenen F\u00e4higkeiten entsprechen und diese erweitern.<br \/>\n2. Klare naheliegende Ziele und unmittelbares Feedback \u00fcber den gemachten Fortschritt.<\/p>\n<p>Der Zustand des Flow ist durch folgende Merkmale charakterisiert:<\/p>\n<p>1. Intensive und fokussierte Konzentration auf eine gerade durchgef\u00fchrte Handlung<br \/>\n2. Verschmelzung von Handlung und Bewusstsein<br \/>\n3. Verlust des reflektierten Selbstbewusstseins<br \/>\n4. Das Gef\u00fchl, die Kontrolle \u00fcber eigene Handlungen zu haben<br \/>\n5. Verlust des Zeiterlebens<br \/>\n6. Das Gef\u00fchl, dass die Aktivit\u00e4ten an und f\u00fcr sich belohnend sind<\/p>\n<p>(Csikszentmihalyi, 1975, 2000, 1990; Csikszentmihalyi &amp; Larson, 1987; Csikszentmihalyi &amp; LeFevre, 1989; Nakamura &amp; Csikszentmihalyi, 2002)<\/p>\n<p><strong>Flow-Kanal <\/strong><\/p>\n<p>Csikszentmihalyi (1975, 2000) unterscheidet in Abh\u00e4ngigkeit der Auspr\u00e4gungen von Anforderungen und F\u00e4higkeiten zwischen drei Erfahrungen:<br \/>\nDem \u201eFlow\u201c Kanal, bei dem Anforderungen und F\u00e4higkeiten \u00fcbereinstimmen, der \u201eLangeweile\u201c bzw. &#8222;Unterforderung&#8220;, bei der Anforderungen unter den F\u00e4higkeiten liegen, und der \u201eAngst\u201c bzw. &#8222;\u00dcberforderung&#8220;, bei der Anforderungen die Handlungsf\u00e4higkeiten \u00fcbersteigen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-429\" src=\"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Flow-Abbildungen32.pdf\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"420\" \/><br \/>\n<em>Abbildung 1:<\/em> Das urspr\u00fcngliche Flow-Modell (Csikzentmihalyi, 1975, 2000).<\/p>\n<p>Diese Zuordnung konnte in fr\u00fchen <a href=\"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/?page_id=217#ESM\">ESM Analysen<\/a> nicht best\u00e4tigt werden: Die Balance zwischen F\u00e4higkeiten und Anforderungen allein f\u00fchrt nicht zu einer optimalen Erfahrung. Stattdessen ist beim Flow bzw. der optimalen Erfahrung die Ausdehnung bzw. Erweiterung von F\u00e4higkeiten wesentlich.<\/p>\n<p>Als Folge wurde Flow als das Gleichgewicht von Anforderungen und F\u00e4higkeiten, die \u00fcber dem durchschnittlichen Niveau der Person liegen, definiert (Csikszentmihalyi &amp; Csikszentmihalyi, 1988). Flow-Zust\u00e4nde k\u00f6nnen erlebt werden, wenn Personen Herausforderungen annehmen, die gr\u00f6sser sind als die Anforderungen, die sie \u00fcblicherweise im allt\u00e4glichen Leben antreffen. Da Flow demnach bei hohen Anforderungen und hohen F\u00e4higkeiten einzuordnen ist, kann noch ein vierter Zustand, die Apathie, die sich durch niedrige Anforderungen und niedrige F\u00e4higkeiten auszeichnet, definiert werden.<br \/>\nDie Einteilung in vier verschiedene Erfahrungen kann, wie in Abbildung 2 ersichtlich, noch feiner, in acht unterschiedliche Erfahrungen, unterteilt werden (Csikszentmihalyi, 1997):<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-430\" src=\"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Flow-Abbildungen-300x267.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Flow-Abbildungen-300x267.jpg 300w, http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Flow-Abbildungen-768x684.jpg 768w, http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Flow-Abbildungen-1024x912.jpg 1024w, http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Flow-Abbildungen.jpg 1075w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><br \/>\n<em>Abbildung 2:<\/em> Das aktuelle Flow-Modell (Csikszentmihalyi, 1997)<\/p>\n<p>Flow zeichnet sich dadurch aus, dass der Schwierigkeitsgrad der Anforderungen den eigenen F\u00e4higkeiten entspricht und dieser einen selbst nicht \u00fcber- oder unterfordert. Wenn das Gleichgewicht zwischen Anforderungen und F\u00e4higkeiten gest\u00f6rt ist, kann es bei einer \u00dcberforderung erst zu einer wachsamen und anschliessend zu einer \u00e4ngstlichen Haltung kommen. Wenn die F\u00e4higkeiten die Anforderungen \u00fcbersteigen und man sich unterfordert f\u00fchlt, entspannt man sich erst, wird jedoch nach einer Weile gelangweilt. Durch die Ver\u00e4nderungen des subjektiven Zustandes erh\u00e4lt man Feedback \u00fcber die aktuelle Beziehung mit der Umwelt und kann infolgedessen F\u00e4higkeiten oder Anforderungen anpassen, um wieder in den Zustand des Flows zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p><a name=\"wirkungflow\"><\/a><\/p>\n<h4>Wirkung von Flow<\/h4>\n<p>Flow wirkt (im Nachhinein) belebend, f\u00fchrt zu langanhaltender Freude sowie zum Gef\u00fchl stark und am H\u00f6hepunkt der eigenen F\u00e4higkeiten zu sein. Zudem sind Menschen, die Flow erlebt haben, erneut motiviert ausdauernd und wiederholt einer T\u00e4tigkeit nachzugehen, weil die Durchf\u00fchrung der T\u00e4tigkeit selbst als belohnend empfunden wird und auf lange Sicht eigene F\u00e4higkeiten erweitert. Manche Studien wiesen jedoch darauf hin, dass Flow auch negative Folgen mit sich bringen kann. So zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen Flow, Drogenkonsum und illegalen Aktivit\u00e4ten (Delle Fave, 2009, 2013, zitiert nach Delle Fave &amp; Bassi, 2016). In anderen Studien liess sich jedoch erkennen, dass das Meistern von herausfordernden Aktivit\u00e4ten im allt\u00e4glichem Leben sch\u00fctzend vor negativen Folgen wirkt (Schmidt, 2000). So zeigte sich f\u00fcr amerikanische Studierende, die zu Hause oder in der Schule Widrigkeiten erlebten, dass die Verf\u00fcgbarkeit von Herausforderungen, das Engagement in diesen Aktivit\u00e4ten und das Gef\u00fchl, erfolgreich in diesen T\u00e4tigkeiten zu sein, mit weniger delinquentem Verhalten in Beziehung stand.<\/p>\n<p><a name=\"persflow\"><\/a><\/p>\n<h4>Das Flow-Erleben und der Zusammenhang mit Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen<\/h4>\n<p>Menschen unterscheiden sich stark in ihrer Neigung Flow zu erleben (und damit der H\u00e4ufigkeit, mit der sie Flow erleben), in der Qualit\u00e4t ihrer Erfahrung (beeinflusst durch subjektiv wahrgenommene Herausforderungen und F\u00e4higkeiten) und in ihrem Wunsch, T\u00e4tigkeiten, bei denen sie Flow erleben, auszuf\u00fchren. Die Neigung Flow zu erleben kann unter anderem durch Unterschiede in Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen erkl\u00e4rt werden (Ull\u00e9n, Harmat, Theorell &amp; Madison, 2016). Gewissenhaftigkeit, Vertr\u00e4glichkeit, Offenheit f\u00fcr Erfahrungen und Extraversion weisen einen positiven und Neurotizismus einen negativen Zusammenhang mit der Neigung Flow zu erleben auf (Ull\u00e9n, Harmat, Theorell &amp; Madison, 2016). Zudem h\u00e4ngt die Neigung Flow zu erleben positiv mit Selbstwertgef\u00fchl, subjektiv wahrgenommenem K\u00f6nnen, Lebenszufriedenheit, psychologischem Wohlbefinden, intrinsischer Motivation sowie niedriger \u00c4ngstlichkeit zusammen (Csikszentmihalyi, 1990).<\/p>\n<p><a name=\"flowcharhapp\"><\/a><\/p>\n<h4>Flow, Charakterst\u00e4rken und Happiness<\/h4>\n<p>Flow ist eines von drei Elementen der <a href=\"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/?page_id=26#AHT\">Authentic Happiness Theorie<\/a> von Seligman (2002). In dieser werden Positive Emotionen, Engagement und Sinn, als Wege, die zum Gl\u00fccklichsein (happiness) f\u00fchren, beschrieben. Das zweite Element, das life of engagement, handelt vom Flow-Erleben. Flow \u00e4ussert sich durch das Engagement in diversen hoch einnehmender und fesselnder Aktivit\u00e4ten und die dadurch entstehende Flow-Erfahrung. Seligman (2002) geht davon aus, dass insbesondere die Anwendung von <a href=\"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/?page_id=27#sigchar\">Signaturst\u00e4rken<\/a> zu Flow f\u00fchren kann. Dabei ist es wichtig, die eigenen h\u00f6chst ausgepr\u00e4gten Charakterst\u00e4rken zu identifizieren, zu entwickeln und zu lernen diese m\u00f6glichst oft einzusetzen.<\/p>\n<p><a name=\"selbstflow\"><\/a><\/p>\n<h4>Das Konstrukt der selbstzweckhaften Pers\u00f6nlichkeit<\/h4>\n<p>Das Konstrukt der selbstzweckhaften Pers\u00f6nlichkeit von Csikszentmihalyi (1975, 2000) beschreibt Personen, die generell Aktivit\u00e4ten um ihrer selbst Willen ausf\u00fchren und nicht um etwas zu erreichen. Selbstzweckhafte Personen neigen dazu, sich in Situationen zu begeben, die das h\u00e4ufige Erleben von Flow erm\u00f6glichen (Csikszentmihalyi, Rathunde, &amp; Whalen, 1993; Nakamura &amp; Csikszentmihalyi, 2002). Zudem verf\u00fcgen sie \u00fcber Kompetenzen optimale Erfahrungen in die Wege zu leiten, diese aufrechtzuerhalten und sich an diesen zu erfreuen (Csikszentmihalyi et al., 1993). Diese F\u00e4higkeiten werden durch verschiedene teilweise gegens\u00e4tzliche Eigenschaften unterst\u00fctzt: Neugierde, das Bed\u00fcrfnis erfolgreich zu sein, Freude und Ausdauer, Offenheit f\u00fcr Neues und fokussierte Konzentration, Integration und Differenzierung, Unabh\u00e4ngigkeit und Kooperation (Csikszentmihalyi et al., 1993; Nakamura &amp; Csikszentmihalyi, 2002). Nakamura und Csikszentmihalyi (2002) beschreiben selbstzweckhafte Personen als wenig selbstzentriert, neugierig, interessiert am Leben und beharrlich. F\u00f6rderlich f\u00fcr selbstzweckhafte Pers\u00f6nlichkeit sind vor allem Familienumwelten, die sowohl Unterst\u00fctzung als auch Herausforderungen anbieten (Rathunde, 1988, 1996).<\/p>\n<p><a name=\"arbeitflow\"><\/a><\/p>\n<h4>Flow in Arbeit und Freizeit<\/h4>\n<p>Flow kann bei nahezu allen Aktivit\u00e4ten auftreten, sei es in der Arbeit oder in der Freizeit (Csikszentmihalyi, 1975, 2000; Delle Fave &amp; Massimini, 1988). Flow wird beispielsweise in der Kunst und Wissenschaft (Csikszentmihalyi, 1996), beim Sport (Jackson, 1995, 1996) oder beim Schreiben (Perry, 1999) erlebt. Obwohl Flow in den unterschiedlichsten T\u00e4tigkeiten erlebt werden kann, gibt es Kontexte, die die Bedingungen um Flow zu erleben eher erf\u00fcllen als andere. Flow tritt dann ein, wenn Anforderungen und F\u00e4higkeiten auf einem hohen Niveau liegen und Menschen die M\u00f6glichkeit haben F\u00e4higkeiten zu erweitern bzw. auszudehnen (Csikszentmihalyi, 1975, 1982). Die Bedingungen um Flow erleben zu k\u00f6nnen (hohe Anforderungen, hohe F\u00e4higkeiten) werden zu weniger als 20% der Zeit von Freizeitaktivit\u00e4ten erf\u00fcllt, wohingegen sie im Arbeitskontext bis zu 64% der Zeit gegeben sind. Ausserhalb des Arbeitsplatzes wird Flow besonders h\u00e4ufig beim Autofahren (20.9% &#8211; 26.2%) und beim Sprechen mit Freunden und Familie (17.7% &#8211; 23%) erlebt. Bei anderen Aktivit\u00e4ten wie zum Beispiel beim Spazieren gehen (6.2% &#8211; 13.9%) oder beim Fernsehen (6.3% &#8211; 8.5%) ist die Flowerfahrung weniger h\u00e4ufig.<br \/>\nIn Situationen, die sich durch hohe Anforderungen und hohe F\u00e4higkeiten (Flow) auszeichnen, erleben Personen sowohl bei Aktivit\u00e4ten in der Arbeit als auch bei Freizeitaktivit\u00e4ten positivere subjektive Erfahrungen als in anderen Situationen (Csikszentmihalyi &amp; LeFevre, 1989). Die positive Erfahrung trifft f\u00fcr die meisten Erfahrungsdimensionen (z. B. Konzentration, Freude, Kreativit\u00e4t) zu, jedoch nicht f\u00fcr die Dimensionen Motivation und Entspannung. Die letzten beiden h\u00e4ngen von soziokulturellen Konventionen ab. So kommt es zu einer paradoxen Situation, in der Personen mehr positive Gef\u00fchle in der Arbeit als in der Freizeit erleben, aber trotzdem w\u00fcnschten, sie k\u00f6nnten etwas anderes tun als zu arbeiten. Die soziokulturelle Konvention \u201eArbeit als Pflicht\u201c anzusehen \u00fcberlagert die positiven Gef\u00fchle, die bei der Arbeit erlebt werden. Diese Einstellung kann schon bei Sch\u00fclern wiedergefunden werden (Csikszentmihalyi, 1997).<\/p>\n<p><a name=\"messflow\"><\/a><\/p>\n<h4>Messung<\/h4>\n<p>Flow kann anhand von Interviews, Papier-Bleistift-Verfahren und der Experience Sampling Methode erhoben werden.<\/p>\n<p>\u2022 Qualitative Interviews wurden bei der ersten Beschreibung von Flow eingesetzt und kommen auch heute noch zum Einsatz, wenn es die Erhebung von inhaltlichen Aspekten und der Art der Erfahrung beim Flow betrifft.<\/p>\n<p>\u2022 Bei Papier-Bleistift-Verfahren handelt es sich oftmals um Frageb\u00f6gen, die quantitative Masse erheben.<\/p>\n<p>\u2022 Der Flow Questionnaire misst beispielsweise ob, wie h\u00e4ufig und bei welcher T\u00e4tigkeit Flow erlebt wird und erfasst auch die subjektive Erfahrung beim Flow-Erleben (Csikszentmihalyi &amp; Csikszentmihalyi, 1988).<\/p>\n<p>\u2022 Die Flow-State Scale-2 (FSS-2) misst Flow als einen Zustand, w\u00e4hrend die Dispositional Flow Scale-2 (DFS-2) Flow als \u00fcberdauernde Eigenschaft erhebt (Jackson &amp; Eklund, 2002).<\/p>\n<p>\u2022 Die Flow-Kurzskala (FKS; Rheinberg, Vollmeyer &amp; Engeser, 2003) ist ein 10 Item Messverfahren, das alle sechs Komponenten des Flow-Erlebens erfasst. Die Antworten werden auf einer siebenstufigen Skala von \u201etrifft nicht zu\u201c bis \u201etrifft zu\u201c angegeben. Zudem erfasst die Flow-Kurzskala mit drei weiteren Items die Besorgnis in der jeweiligen Situation.<\/p>\n<p>Die <a name=\"ESM\"><\/a>Experience Sampling Methode nutzt Paging-Ger\u00e4te, Smartphones oder \u00e4hnliche Ger\u00e4te, die zu bestimmten Zeitpunkten dazu auffordern Frageb\u00f6gen auszuf\u00fcllen. Die Frageb\u00f6gen erheben, welcher T\u00e4tigkeit gerade nachgegangen wird sowie in welchem kognitiven, emotionalen und motivationalen Zustand man sich befindet. Diese Methode ist besonders vorteilhaft, weil sie das Sammeln von Daten, w\u00e4hrend der Aus\u00fcbung einer bestimmten T\u00e4tigkeit erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><a name=\"refflow\"><\/a><\/p>\n<h4>Referenzen<\/h4>\n<p>Csikszentmihalyi, M. (1975). <em>Beyond boredom and anxiety: Experiencing flow in work and play.<\/em> San Francisco, CA: Jossey-Bass.<\/p>\n<p>Csikszentmihalyi, M. (1982). Toward a psychology of optimal experience. In L. Wheeler (Ed.), <em>Review of personality and social psychology<\/em> (pp. 13\u201336). Beverly Hills, CA: Sage. http:\/\/doi.org\/10.1007\/978-94-017-9088-8_14<\/p>\n<p>Csikszentmihalyi, M. (1990). <em>Flow: The psychology of optimal experience.<\/em> New York, NY: Harper &amp; Row.<\/p>\n<p>Csikszentmihalyi, M. (1996). <em>Creativity: Flow and the psychology of discovery and invention.<\/em> New York, NY: HarperCollins.<\/p>\n<p>Csikszentmihalyi, M. (1997). <em>Finding Flow: The Psychology of engagement with everyday life.<\/em> New York, NY: Basic Books.<\/p>\n<p>Csikszentmihalyi, M. (2000). <em>Beyond boredom and anxiety: Experiencing flow in work and play.<\/em> San Francisco, CA: Jossey-Bass.<\/p>\n<p>Csikszentmihalyi, M., &amp; Csikszentmihalyi, I. (1988). <em>Optimal experience: Psychological studies of flow in consciousness.<\/em> Cambridge, UK: Cambridge University Press.<\/p>\n<p>Csikszentmihalyi, M. &amp; Larson, R. (1987). Validity and reliability of the Experience Sampling Method. <em>Journal of Nervous and Mental Disease, 175,<\/em> 529\u2013536. http:\/\/doi.org\/10.1007\/978-94-017-9088-8_3<\/p>\n<p>Csikszentmihalyi, M., &amp; LeFevre, J. (1989). Optimal experience in work and leisure. <em>Journal of Personality and Social Psychology, 56,<\/em> 815\u2013822. http:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-3514.56.5.815<\/p>\n<p>Csikszentmihalyi, M., Rathunde, K., &amp; Whalen, S. (1993). <em>Talented teenagers: A longitudinal study of their development.<\/em> New York, NY: Cambridge University Press.<\/p>\n<p>Delle Fave, A. D., &amp; Bassi, M. (2016). Flow and Psychological Selection. In L. Harmat, F. \u00d8. Andersen, F. Ull\u00e9n, J. Wright, &amp; G. Sadlo (Eds.), <em>Flow experience: Empirical research and applications<\/em> (pp. 3\u201319). Cham, Switzerland: Springer. http:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-319-28634-1<\/p>\n<p>Delle Fave, A., &amp; Massimini, F. (1988). Modernization and changing contexts of flow in work and leisure. In M. Csikszentmihalyi &amp; I. Csikszentmihalyi (Eds.), <em>Optimal experience<\/em> (pp. 193\u2013213). New York, NY: Cambridge University Press. https:\/\/doi.org\/10.1017\/CBO9780511621956.012<\/p>\n<p>Jackson, S. (1995). Factors influencing the occurrence of flow state in elite athletes. <em>Journal of Applied Sport Psychology, 7,<\/em> 138\u2013166. http:\/\/doi.org\/10.1080\/10413209508406962<\/p>\n<p>Jackson, S. (1996). Toward a conceptual understanding of the flow experience in elite athletes. <em>Research Quarterly for Exercise and Sport, 67,<\/em> 76\u201390. http:\/\/doi.org\/10.1080\/02701367.1996.10608859<\/p>\n<p>Jackson, S. A., &amp; Eklund, R. C. (2002). Assessing flow in physical activity: The Flow State Scale-2 and Dispositional Flow Scale-2. <em>Journal of Sport and Physical Acitivity, 24,<\/em> 133\u2013150. http:\/\/doi.org\/10.1123\/jsep.24.2.133<\/p>\n<p>Nakamura, J., &amp; Csikszentmihalyi, M. (2002). The concept of flow. In C. R. Snyder &amp; S. J. Lopez (Eds.), <em>Handbook of positive psychology<\/em> (pp. 89\u2013105). New York, NY: Oxford University Press.<\/p>\n<p>Perry, S. K. (1999). <em>Writing in flow.<\/em> Cincinnati, OH: Writer\u2019s Digest Books.<\/p>\n<p>Rathunde, K. (1988). Optimal experience and the family context. In M. Csikszentmihalyi &amp; I. Csikszentmihalyi (Eds.), <em>Optimal experience<\/em> (pp. 342\u2013363). Cambridge, England: Cambridge University Press.<\/p>\n<p>Rathunde, K. (1996). Family context and talented adolescents\u2019 optimal experience in school-related activities. <em>Journal of Research on Adolescence, 6,<\/em> 605\u2013628.<\/p>\n<p>Rheinberg, F., Vollmeyer, R., &amp; Engeser, S. (2003). Die Erfassung des Flow-Erlebens. In J. Stiensmeier-Pelster, &amp; F. Rheinberg (Eds.), <em>Diagnostik von Motivation und Selbstkonzept (Test und Trends, Bd.2) <\/em>(pp. 261\u2013279). G\u00f6ttingen, Germany: Hogrefe.<\/p>\n<p>Schmidt, J. (1998). <em>Overcoming challenges: The role of opportunity, action, and experience in fostering resilience among adolescents<\/em> (Unpublished doctoral dissertation). University of Chicago, Chicago, IL.<\/p>\n<p>Seligman, M. E. P. (2002). <em>Authentic happiness: Using the new positive psychology to realize your potential for lasting fulfillment.<\/em> New York, NY: Free Press.<\/p>\n<p>Ull\u00e9n, F., Harmat, L., Theorell, T., &amp; Madison, G. (2016). Flow and individual differences: A phenotypic analysis of data from more than 10,000 twin individuals. In L. Harmat, F. \u00d8. Andersen, F. Ull\u00e9n, J. Wright, &amp; G. Sadlo (Eds.), <em>Flow experience: Empirical research and applications<\/em> (pp. 267\u2013288). Cham, Switzerland: Springer. http:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-319-28634-1<\/p>\n<p><a name=\"werte\"><\/a><\/p>\n<h3>Werte<\/h3>\n<p>Werte k\u00f6nnen als \u00dcberzeugungen bzw. motivationale Konstrukte definiert werden, die als Standards oder leitende Prinzipien im Leben dienen (Schwartz, 1992). Sie beziehen sich auf w\u00fcnschenswerte Ziele einer Person, die \u00fcber konkrete Situationen hinausgehen. Ausserdem variieren Werte zwischen Personen in ihrer Wichtigkeit und k\u00f6nnen zu Handlungen f\u00fchren. Somit sind Werte ein wesentlicher Bestandteil der Identit\u00e4t, da sie beschreiben, was f\u00fcr einen Menschen wichtig ist.<\/p>\n<p><a name=\"wertemodelle\"><\/a><\/p>\n<h4>Wichtige Werte-Modelle<\/h4>\n<p>In Schwartz\u2019 Theorie (1994) wird postuliert, dass sich Werte auf drei grundlegende menschliche Bed\u00fcrfnisse zur\u00fcckf\u00fchren lassen: Biologische Grundbed\u00fcrfnisse, Bed\u00fcrfnisse nach sozialer Interaktion und Bed\u00fcrfnis nach Gruppenzugeh\u00f6rigkeit. Solche Werte wurden von Schwartz in zehn Wertetypen zusammengefasst, die sich in ihrem motivationalen Ziel, welches hinter diesen Werten stehen, unterscheiden. Es wird davon ausgegangen, dass diese Wertetypen weltweit und \u00fcber alle Kulturen hinweg vorhanden sind.<\/p>\n<p>In der folgenden Tabelle werden die 10 Wertetypen aufgez\u00e4hlt, ihr motivationales Ziel und die dazugeh\u00f6rigen Werte genannt (Schwartz, 1994):<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-3\" class=\"tablepress tablepress-id-3\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1\">\n\t<th class=\"column-1\">Wertetyp<\/th><th class=\"column-2\">Motivationales Ziel<\/th><th class=\"column-3\">Repr\u00e4sentierte Werte<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">Universalismus<\/td><td class=\"column-2\">Verst\u00e4ndnis, Anerkennung, Toleranz und Schutz f\u00fcr das Wohlbefinden aller Menschen und der Natur<\/td><td class=\"column-3\">Toleranz, Weisheit, soziale Gerechtigkeit, Gleichheit, eine Welt in Frieden, eine Welt voll Sch\u00f6nheit, Einheit mit der Natur, die Umwelt sch\u00fctzen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">Benevolenz<\/td><td class=\"column-2\">Erhaltung und F\u00f6rderung des Wohlergehens von nahestehenden Menschen<\/td><td class=\"column-3\">Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Vergebungsbereitschaft, Treue, Verantwortungsbewusstsein<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">Tradition<\/td><td class=\"column-2\">Respekt, Verpflichtung und Akzeptanz gegen\u00fcber den kulturellen oder religi\u00f6sen Br\u00e4uchen und Ideen<\/td><td class=\"column-3\">Fr\u00f6mmigkeit, meine Stellung im Leben akzeptieren, Demut, Achtung vor der Tradition, M\u00e4ssigung<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">Konformit\u00e4t<\/td><td class=\"column-2\">Unterdr\u00fcckung von Handlungen, Neigungen und Impulsen, die andere verletzen k\u00f6nnen oder die sozialen <\/td><td class=\"column-3\">H\u00f6flichkeit, Gehorsam, Selbstdisziplin, Ehrerbietung gegen\u00fcber Eltern und \u00e4lteren Menschen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">Sicherheit<\/td><td class=\"column-2\">Sicherheit, Harmonie und Stabilit\u00e4t der Gesellschaft, der Beziehungen und des eigenen Selbst<\/td><td class=\"column-3\">Famili\u00e4re Sicherheit, nationale Sicherheit, soziale Ordnung, Sauberkeit, niemandem etwas schuldig bleiben<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">Macht<\/td><td class=\"column-2\">Sozialer Status und Prestige, Kontrolle und Dominanz \u00fcber Menschen und Ressourcen<\/td><td class=\"column-3\">Soziale Macht, Autorit\u00e4t, Reichtum, Wahrung des eigenen \u00f6ffentlichen Ansehens <\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-8\">\n\t<td class=\"column-1\">Leistung<\/td><td class=\"column-2\">Pers\u00f6nlicher Erfolg durch Demonstration von Kompetenz gem\u00e4\u00df sozialen Standards<\/td><td class=\"column-3\">Erfolg, Kompetenz, Ehrgeiz, Einfluss<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-9\">\n\t<td class=\"column-1\">Hedonismus<\/td><td class=\"column-2\">Vergn\u00fcgen und sinnliche Befriedigung f\u00fcr sich selbst <\/td><td class=\"column-3\">Vergn\u00fcgen, das Leben genie\u00dfen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-10\">\n\t<td class=\"column-1\">Stimulation<\/td><td class=\"column-2\">Aufregung, Abwechslung und Herausforderung im Leben<\/td><td class=\"column-3\">Wagemutig sein, ein abwechslungsreiches und ein aufregendes Leben haben<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-11\">\n\t<td class=\"column-1\">Selbstbestimmung<\/td><td class=\"column-2\">Unabh\u00e4ngiges Denken und Handeln, ausw\u00e4hlen, schaffen, erforschen<\/td><td class=\"column-3\">Kreativit\u00e4t, Freiheit, Unabh\u00e4ngigkeit, Neugierde, Auswahl eigener Ziele<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-3 from cache -->\n<p>Schwartz nimmt aufgrund der unterschiedlichen motivationalen Ziele eine zirkul\u00e4re Struktur der Werte an. Je n\u00e4her zwei Wertetypen beieinanderliegen, desto \u00e4hnlicher sind ihre motivationalen Ziele. Handlungen, die auf ein bestimmtes motivationales Ziel zur\u00fcckgehen, haben praktische, psychologische und soziale Konsequenzen. Diese k\u00f6nnen mit den Zielen anderer Werte \u00fcbereinstimmen oder aber auch in Konflikt stehen. Es handelt sich auf der einen Seite um den Konflikt von Selbst-Transzendenz und Selbsterh\u00f6hungswerten. Auf der anderen Seite stehen sich Offenheit f\u00fcr Wandel und Bewahrung des Bestehenden gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>In <strong>Rokeachs Theorie<\/strong> (1973) werden terminale und instrumentelle Werte unterschieden. Erstere beziehen sich auf Zielzust\u00e4nde, also was eine Person in ihrem Leben erreichen m\u00f6chte, w\u00e4hrend instrumentelle Werte Verhaltensweisen repr\u00e4sentieren, die eine Person verwenden kann, um Lebensziele zu erreichen. Nach seiner Auffassung lenken Werte Handlungen, Einstellungen und Urteile. Zudem sind sie situations- und objekt\u00fcbergreifend und f\u00fchren die Funktion von Standards aus. Sie sind zentrale Merkmale der Pers\u00f6nlichkeit. In seinem Fragebogen, dem Rokeach Value Survey k\u00f6nnen Personen 36 Werte nach ihrer Wichtigkeit sortieren.<\/p>\n<p>Im Folgenden wird noch eine weitere Einteilung der Werte pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p><strong>Hofstede (2001)<\/strong> unterscheidet zwischen sechs unabh\u00e4ngigen Dimensionen:<\/p>\n<p>1. Machtdistanz<br \/>\nMachtdistanz gibt an, inwieweit weniger m\u00e4chtige Individuen eine ungleiche Verteilung von Macht akzeptieren und erwarten.<\/p>\n<p>2. Unsicherheitsvermeidung<br \/>\nUnsicherheitsvermeidung beschreibt die Abneigung gegen\u00fcber unvorhersehbaren Situationen.<\/p>\n<p>3. Individualismus versus Kollektivismus<br \/>\nIndividualismus sch\u00fctzt vor allem die Rechte des Individuums, wohingegen beim Kollektivismus das Wir-Gef\u00fchl im Vordergrund steht.<\/p>\n<p>4. M\u00e4nnlichkeit versus Weiblichkeit<br \/>\nUnter M\u00e4nnlichkeit\/Weiblichkeit wird die Auspr\u00e4gung geschlechtsstereotyper Werte verstanden.<\/p>\n<p>5. Langfristige versus kurzfristige Orientierung<br \/>\nBei dieser Dimension handelt es sich um die zeitliche Ausrichtung einer Gesellschaft.<\/p>\n<p>6. Nachgiebigkeit versus Beherrschung<br \/>\nDiese Dimension beschreibt das Ausmass, in dem eine Gesellschaft die Befriedigung von Bed\u00fcrfnissen erlaubt.<\/p>\n<p>Hofstede f\u00fchrte eine sehr umfangreiche Studie \u00fcber den Einfluss der Kultur auf die Werte im Arbeitskontext durch. Unter folgendem Link werden Kulturvergleiche berichtet: https:\/\/geert-hofstede.com\/countries.html<\/p>\n<p><a name=\"befwerte\"><\/a><\/p>\n<h4>Ausgew\u00e4hlte Befunde<\/h4>\n<p>An dieser Stelle werden einige Befunde \u00fcber den Zusammenhang zwischen Werten und Verhaltensweisen, die Rolle von Werten in Bezug zu Einstellungen und die Ver\u00e4nderung der Werte \u00fcber die Zeit zusammengefasst.<\/p>\n<p>In einigen Studien (Feather, 1975; Kiesler &amp; Kiesler, 1969; O\u2019Reilly &amp; Chatman, 1996) konnte die Wichtigkeit der \u00dcbereinstimmung von pers\u00f6nlichen Werten und der Umgebung, in der sich Personen befinden, belegt werden. Personen, die beispielsweise in einer Organisation arbeiten, deren Werte sie pers\u00f6nlich nicht teilen, versp\u00fcren innere Konflikte. Weiterhin sind Studierende gl\u00fccklicher, wenn ihre Werte kongruent mit ihrem Studium oder der Universit\u00e4t, an der sie studieren, sind. Demnach versuchen Menschen in \u00dcbereinstimmung mit ihren pers\u00f6nlichen Werten zu handeln.<\/p>\n<p>Werte spielen auch in Bezug zu Einstellungen eine wesentliche Rolle. Eine hohe relative Wichtigkeit eines Wertes kann die Einstellung zu einem bestimmten Thema beeinflussen. Beispielsweise sind Menschen, die eine hohe Priorit\u00e4t f\u00fcr religi\u00f6se Werte haben, eher gegen Abtreibung. Dagegen sind Menschen, f\u00fcr die die Werte \u201eFreiheit\u201c und \u201eein bequemes Leben\u201c wichtig sind, eher offen gegen\u00fcber Abtreibungen eingestellt (Kristiansen &amp; Zanna, 1994). Auch in Bezug zu Homosexualit\u00e4t sind Menschen mit traditionellen und konformistischen Werten kritisch eingestellt, wohingegen Menschen, denen Vergn\u00fcgen, Toleranz und das Wohlergehen aller Menschen wichtig sind, eher favorisierende Einstellungen aufweisen. Wenn zwei konkurrierende Werte f\u00fcr einen Menschen wichtig sind, dann stehen diese in Konflikt, weshalb Menschen zu bestimmten Themen ambivalent sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Werte k\u00f6nnen sich im Laufe des Lebens ver\u00e4ndern und sind je nach Lebenssituation und Kontext unterschiedlich. Gesunde Menschen k\u00f6nnen beispielsweise machtorientierte Werte leichter verfolgen als kranke Menschen. Eltern, die von ihnen abh\u00e4ngige Kinder haben, werden weniger riskante Aktivit\u00e4ten ausf\u00fchren, wodurch das Nachgehen von Stimulationswerten limitiert ist (Schwartz, 2005). Auch der Kontext hat einen Einfluss: In einer Gesellschaft mit starken Geschlechtsstereotypen wird eine Frau wahrscheinlich f\u00fcr das Verfolgen von Benevolenz-Werten belohnt und f\u00fcr das Verfolgen von Macht-Werten bestraft. Inglehart (1977) beschreibt, dass der Wohlstand einer Gesellschaft Einfluss auf das Streben nach materialistischen (Sicherheit) oder postmaterialistischen (Freiheit, Umweltschutz) Werten hat. In einer Gesellschaft mit steigendem Wohlstand nimmt die Wichtigkeit postmaterialistischer Werte zu. Ein interessanter Befund ist auch, dass h\u00f6here Bildung positiv mit Selbstbestimmungs- und Stimulationswerten und negativ mit Konformit\u00e4t, Tradition und Sicherheit korreliert (Schwartz, 2007).<\/p>\n<p><a name=\"messwerte\"><\/a><\/p>\n<h4>Messung<\/h4>\n<p><strong>Rokeach Value Survey <\/strong><br \/>\nDer Rokeach Value Survey ist ein Werteklassifizierungsinstrument, welches 36 Werte beinhaltet, die in eine Rangordnung gebracht werden sollen. Unter den 36 Werten unterscheidet Rokeach zwischen 2 Wertgruppen: 18 \u201eterminal values\u201c (existenzielle Werte) und 18 \u201einstrumental values\u201c (instrumentelle Werte). Die Aufgabe der Teilnehmenden ist es, die 18 existenziellen Werte, gefolgt von den 18 instrumentellen Werten, in eine Rangordnung zu bringen (\u201eWie wichtig sind Ihnen diese Werte, als leitende Prinzipien in Ihrem Leben?\u201c).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wec.ufl.edu\/faculty\/jacobsons\/wis6525\/rokeach_value_survey%20personal%20responses.pdf\">http:\/\/www.wec.ufl.edu\/faculty\/jacobsons\/wis6525\/rokeach_value_survey%20personal%20responses.pdf<\/a><\/p>\n<p><strong>Portrait Value Questionnaire<\/strong><br \/>\nDer Portrait Value Questionnaire ist ein Messinstrument, das 40 verbale Portraits von verschiedenen Personen beinhaltet. Diese Portraits charakterisieren Ziele, W\u00fcnsche oder Sehns\u00fcchte einer Person und k\u00f6nnen somit zur Identifikation von Werten verwendet werden. Ein Beispielitem w\u00e4re \u201eEr\/Sie geht gerne Risiken ein. Er\/Sie ist immer auf der Suche nach Abenteuern.\u201c Die Befragten bewerten, wie \u00e4hnlich diese beschriebene Person ihnen selbst ist. Dies erfolgt anhand einer sechsstufigen Likert-Skala (von \u201esehr wie ich\u201c bis \u201e\u00fcberhaupt nicht wie ich\u201c).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zora.uzh.ch\/95233\/1\/schmidt_bamberg_davidov_herrmann_schwartz_x.pdf\">http:\/\/www.zora.uzh.ch\/95233\/1\/schmidt_bamberg_davidov_herrmann_schwartz_x.pdf<\/a><\/p>\n<p><strong>Values Survey Module 2013<\/strong><br \/>\nDas Values Survey Module ist ein Papier-Bleistift-Fragebogen der aus 30 Items besteht. Anhand des Values Survey Module werden kulturell beeinflusste Werte und Gef\u00fchle von \u00e4hnlichen Befragten in zwei oder mehr L\u00e4ndern (oder Regionen innerhalb von L\u00e4ndern) miteinander verglichen. Der Fragebogen ermittelt f\u00fcr jedes Land die sechs Dimensionen von Hofstede anhand von vier Fragen pro Dimension.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/geerthofstede.com\/research-and-vsm\/\">http:\/\/geerthofstede.com\/research-and-vsm\/<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/geert-hofstede.com\/tools.html\">https:\/\/geert-hofstede.com\/tools.html<\/a><\/p>\n<p><a name=\"refwerte\"><\/a><\/p>\n<h4>Referenzen<\/h4>\n<p>Feather, N. T. (1975). Values and income level. <em>Australian Journal of Psychology, 27,<\/em> 23\u201329. doi:10.1080\/00049537508255236<\/p>\n<p>Hofstede, G. (2001). <em>Culture\u2019s consequences: Comparing values, behaviors, institutions, and organizations across nations<\/em> (2nd ed.). Thousand Oaks, CA: Sage Publications<\/p>\n<p>Hofstede, G., Hofstede, G. J., &amp; Minkov, M. (2010). <em>Cultures and organizations: Software of the mind<\/em> (3rd ed.). New York, NY: McGraw-Hill.<\/p>\n<p>Inglehart, R. (1977). <em>The silent revolution: Changing values and political styles among western publics.<\/em> Princeton, NJ: Princeton University Press.<\/p>\n<p>Kiesler, C. A., &amp; Kiesler, S. B. (1969). <em>Conformity.<\/em> Reading, MA: Addison-Wesley.<\/p>\n<p>Kristiansen, C. M. &amp; Zanna, M. P. (1994). The rhetorical use of values to justify social and intergroup attitudes. <em>Journal of Social Issues, 50,<\/em> 47\u201365. doi:10.1111\/j.1540-4560.1994.tb01197.x<\/p>\n<p>O\u2019Reilly, C. A., &amp; Chatman, J. A. (1996). Culture as social control: Corporations, cults, and commitment. In B. M. Staw, &amp; L. Cummings (Eds.), <em>Research in Organizational Behavior<\/em> (Vol. 18, pp. 157\u2013200). Stanford, CT: JAI Press.<\/p>\n<p>Rokeach, M. (1973). <em>The nature of human values.<\/em> New York, NY: Free Press.<\/p>\n<p>Schwartz, S. H. (1992). Universals in the content and structure of values: Theory and empirical tests in 20 countries. In M. Zanna (Ed.), <em>Advances in experimental social psychology<\/em> (Vol. 25, pp. 1\u201365). New York, NY: Academic Press. doi:10.1016\/S0065-2601(08)60281-6<\/p>\n<p>Schwartz, S. H. (1994). Are there universal aspects in the content and structure of values? <em>Journal of Social Issues, 50,<\/em> 19\u201345. doi:10.1111\/j.1540- 4560.1994.tb01196.x.<\/p>\n<p>Schwartz, S. H. (2007). Basic human values: An overview. Retrieved from: http:\/\/segr-did2.fmag.unict.it\/Allegati\/convegno%207-8-10-05\/Schwartzpaper.pdf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flow Die Flow-Forschung entstand aus dem Bed\u00fcrfnis heraus, intrinsische Motivation bzw. selbstzweckhafte Aktivit\u00e4ten in ihrer Tiefe zu verstehen. 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