{"id":26,"date":"2017-02-09T13:47:19","date_gmt":"2017-02-09T13:47:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/?page_id=26"},"modified":"2018-05-24T19:54:23","modified_gmt":"2018-05-24T19:54:23","slug":"wohlbefinden","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.positive-psychologie.ch\/?page_id=26","title":{"rendered":"Wohlbefinden"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"defwohl\"><\/a><\/p>\n<h3>Definition<\/h3>\n<p>Wohlbefinden ist ein sehr komplexes Konstrukt, das nicht einfach zu definieren und zu messen ist. Die aktuelle Erforschung des Wohlbefindens wurde aus zwei Perspektiven abgeleitet: Der hedonistischen Perspektive, welche Wohlbefinden in Hinsicht auf Gl\u00fcck, positiven Affekt, niedrigen negativen Affekt und Lebenszufriedenheit definiert und der eudaimonischen Perspektive, welche das positive psychologische Funktionieren, die optimale Erfahrung und die Weiterentwicklung betont. In der Regel wird davon ausgegangen, das Wohlbefinden multidimensional und nicht mit Gl\u00fcck (Happiness), oder der Abwesenheit von Leid und St\u00f6rungen gleichzusetzen ist. Wohlbefinden kann in subjektives, psychologisches und soziales Wohlbefinden unterteilt und anhand verschiedener Elemente (z.B. PERMA) beschrieben werden.<\/p>\n<p><a name=\"subjwohl\"><\/a><\/p>\n<h3>Subjektives Wohlbefinden<\/h3>\n<p>Das subjektive Wohlbefinden basiert auf dem Konzept des Hedonismus. Diese Sichtweise beschreibt, dass der Mensch im Allgemeinen nach der Maximierung von Zufriedenheit, Freude und Gl\u00fcck im Leben strebt und Schmerzen und Leid vermeidet.<br \/>\nSubjektives Wohlbefinden wird definiert als die subjektive, affektive und kognitive Bewertung des eigenen Lebens. Es besteht aus drei Komponenten: Der Lebenszufriedenheit (kognitive Bewertung), dem Vorhandensein positiver Emotionen\/Stimmungen und der Abwesenheit negativer Emotionen\/Stimmungen (affektive Bewertungen; Diener, 1984). Dabei werden positive und negative Stimmungen als getrennte Dimensionen angesehen und nicht etwa als die zwei Endpole einer Dimension; es handelt sich also um zwei emotionale Komponenten, die unabh\u00e4ngig voneinander auf das Wohlbefinden einwirken. Sp\u00e4ter erg\u00e4nzte Diener das subjektive Wohlbefinden durch die Komponente \u201eLebensbereichszufriedenheit\u201c (Diener, 1999). Dazu z\u00e4hlen etwa die Arbeitsbedingungen, die Familienverh\u00e4ltnisse und die Wohnsituation, aber auch andere wichtige Lebensbereiche wie Freunde, Freizeit, Gesundheit, Umwelt, materielle Besitzt\u00fcmer und vieles mehr. Hierbei kann ein Mensch mit einem Lebensbereich zufrieden sein, w\u00e4hrend er mit einem anderen Lebensbereich unzufrieden ist.<\/p>\n<p><a name=\"psywohl\"><\/a><\/p>\n<h3>Psychologisches Wohlbefinden<\/h3>\n<p>Das psychologische Wohlbefinden legt seinen Fokus auf das pers\u00f6nliche Wachstum und die Selbstrealisierung und wird definiert als das Ausmass, in dem eine Person voll funktionsf\u00e4hig ist. Es beinhaltet unter anderem die Aussch\u00f6pfung des eigenen Potentials und die Erf\u00fcllung der eigenen \u201ewahren Natur\u201c. Ein hohes psychologisches Wohlbefinden ist dann gegeben, wenn man in seinem Leben autonom handeln kann, Umweltanforderungen meistern kann, pers\u00f6nliches Wachstum erlebt, positive Beziehungen mit anderen Personen pflegt, Sinn im Leben erkennt und sich selbst akzeptiert (Ryff &amp; Keyes, 1995).<\/p>\n<p>In der hedonistischen Sichtweise sind das Erleben von Vergn\u00fcgen beziehungsweise die Erf\u00fcllung von subjektiv empfundenen Bed\u00fcrfnissen die wichtigsten Kriterien f\u00fcr Wohlbefinden. Im Gegensatz dazu legt die eudaimonische Sichtweise ihren Schwerpunkt auf Bed\u00fcrfnisse, die in der menschlichen Natur verwurzelt sind und zu Wachstum und Eudaimonie f\u00fchren (Bezeichnung f\u00fcr umfassendes Wohlbefinden nach Aristoteles). Wohlbefinden ist demnach im Ausdruck von Tugenden gegr\u00fcndet \u2013 das bedeutet, das zu tun, was wertvoll ist und in \u00dcbereinstimmung mit dem wahren Selbst zu leben.<\/p>\n<p><a name=\"theowohl\"><\/a><\/p>\n<h3>Theorien zum Wohlbefinden<\/h3>\n<h4>Mental Health<\/h4>\n<p>Keyes (2002) Theorie zu psychischer Gesundheit (mental health \u2013\u00a0im Gegensatz zu psychischer Krankheit) umfasst sowohl hedonistische als auch eudaimonische Aspekte und erweitert das subjektive und psychologische Wohlbefinden um den sozialen Aspekt. Soziales Wohlbefinden beinhaltet f\u00fcnf Dimensionen: Soziale Akzeptanz, soziale Verwirklichung, sozialer Beitrag, soziale Koh\u00e4renz und soziale Integration. Individuen funktionieren gem\u00e4ss Keyes gut, wenn sie die Gesellschaft verstehen und sie als sinnvoll erleben, in ihr die M\u00f6glichkeit sehen, pers\u00f6nlich zu wachsen, sich der Gesellschaft zugeh\u00f6rig und akzeptiert f\u00fchlen, sie gr\u00f6sstenteils akzeptieren und das Gef\u00fchl haben, selbst etwas zur Gesellschaft beizutragen. Psychische Gesundheit kann als Syndrom operationalisiert werden, das Symptome des emotionalen, psychologischen und sozialen Wohlbefindens verbindet. Das Kontinuum psychischer Gesundheit besteht aus vollkommener und unvollkommener psychischer Gesundheit (Keyes, 2002). Personen, die vollst\u00e4ndig psychisch gesund sind, bl\u00fchen auf (\u201eflourish\u201c) und weisen ein hohes Wohlbefinden auf. Sie erleben positive Emotionen und funktionieren psychisch und sozial gut. Personen, die dagegen unvollst\u00e4ndig psychisch gesund sind, ermatten (\u201elanguish\u201c) und weisen ein geringes Wohlbefinden auf. Zudem f\u00fchlen sie sich leblos, sind verzweifelt und beschreiben sich selbst und das Leben als \u201eleer\u201c und \u201ebedeutungslos\u201c. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, ist bei Menschen, die ermatten (\u201elanguish\u201c), zwei Mal h\u00f6her, als bei moderat psychisch gesunden Menschen und bis zu sechs Mal wahrscheinlicher bei Menschen, die ermatten (\u201elanguish\u201c) als bei Menschen, die aufbl\u00fchen (\u201eflourish\u201c). Dennoch ist Wohlbefinden (oder psychische Gesundheit) als unabh\u00e4ngig von Krankheit zu betrachten, auch wenn Wohlbefinden h\u00e4ufig mit der Abwesenheit von Krankheit einhergeht. Es ist jedoch auch m\u00f6glich, gleichzeitig hohes Wohlbefinden wie auch psychische Krankheit zu erleben oder umgekehrt, weder psychisch krank zu sein noch hohe Werte im Wohlbefinden aufzuweisen.<\/p>\n<h4>Self-Determination Theory<\/h4>\n<p>Die Selbstbestimmungstheorie (Ryan &amp; Deci, 2000) postuliert drei psychologische Grundbed\u00fcrfnisse \u2013 Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit \u2013 deren Befriedigung zu psychologischem Wachstum, Integrit\u00e4t und Wohlbefinden sowie zu Vitalit\u00e4t und Selbst-Kongruenz f\u00fchren. Sie beschreibt Bedingungen, die Wohlbefinden f\u00f6rdern oder schw\u00e4chen. Die Selbstbestimmungstheorie teilt mit dem eudaimonischen Denkansatz viele Ansichten, unterscheidet sich jedoch auch von ihm. Beiden gemeinsam ist, dass Wohlbefinden als v\u00f6lliges Funktionieren betrachtet wird und dass beide mit dem Inhalt von Eudaimonie (autonom, kompetent und eingebunden sein) \u00fcbereinstimmen. Ein bedeutsamer Unterschied besteht jedoch darin, dass die Selbstbestimmungstheorie diese Inhalte als f\u00f6rdernde Faktoren f\u00fcr Wohlbefinden sieht, wohingegen im eudaimonischen Denkansatz Wohlbefinden \u00fcber diese Inhalte definiert wird. Zusammengefasst bef\u00fcrwortet die Selbstbestimmungstheorie, dass Menschen ihre eigenen Talente und F\u00e4higkeiten entwickeln und diese f\u00fcr etwas Gr\u00f6sseres, vor allem f\u00fcr das Wohlergehen anderer Menschen, einsetzen sollen.<\/p>\n<h4>Well-Being Theory (PERMA)<\/h4>\n<p>Im Jahr 2011 hat Seligman sein Buch \u201eFlourish\u201c publiziert, in dem er sein neues dynamisches Konzept von Wohlbefinden vorstellt und die Theorie, die Wohlbefinden ausschliesslich als \u201eGl\u00fcck\u201c konzeptualisiert, weiterentwickelt. Seiner Ansicht nach ist Wohlbefinden multidimensional und sollte aus hedonistischen und eudaimonischen Aspekten bestehen. In seiner Theorie des Wohlbefindens beschreibt er f\u00fcnf Elemente, die zu einem aufbl\u00fchenden Leben f\u00fchren sollen: Positive Emotionen, Engagement, positive Beziehungen, Sinn und Errungenschaften. Die Anfangsbuchstaben der englischen Namen dieser f\u00fcnf Komponenten bilden das Akronym PERMA (pleasure\/positive emotions, engagement, relationships, meaning und accomplishment). Gem\u00e4ss Seligman repr\u00e4sentieren die f\u00fcnf Komponenten der Well-Being Theory diejenigen f\u00fcnf Aspekte, die Menschen um ihrer selbst willen verfolgen und die nicht auf andere Aspekte reduziert werden k\u00f6nnen \u2013\u00a0daher seien dies die grundlegenden Dimensionen von Wohlbefinden.<\/p>\n<h5>Positive Emotionen\/Vergn\u00fcgen<\/h5>\n<p>Diese Komponente beschreibt eine hedonistische Orientierung, die auf das Erleben positiver Emotionen fokussiert. Positive Emotionen k\u00f6nnen sich auf die Vergangenheit (z.B. Dankbarkeit), die Zukunft (z.B. Zuversicht) und die Gegenwart (z.B. Vergn\u00fcgen oder Belohnung) beziehen (Seligman, 2005).<\/p>\n<h5>Engagement<\/h5>\n<p>Beim Engagement geht es um das Nachgehen hoch einnehmender und fesselnder Aktivit\u00e4ten und die dadurch entstehende Erfahrung des Flows. Wie das positive Gef\u00fchl wird auch Engagement subjektiv eingesch\u00e4tzt. Im Unterschied zum positivem Gef\u00fchl, das sich auf die Gegenwart bezieht, werden positive Gedanken und Gef\u00fchle beim Engagement erst im R\u00fcckblick wahrgenommen.<\/p>\n<h5>Sinn<\/h5>\n<p>Diese Komponente beschreibt das Streben nach Sinnhaftigkeit. Ein wichtiger Bestandteil davon ist, dass man das Gef\u00fchl hat, das eigene Handeln diene einem h\u00f6heren Zweck bzw. einer gr\u00f6sseren Sache. Sinngebend kann beispielsweise der Einsatz eigener St\u00e4rken f\u00fcr andere Menschen oder die aktive Beteiligung an einer Sache sein, die gr\u00f6sser ist als man selbst. Sinn spiegelt die eudaimonische Sichtweise wider. Sinn ist sowohl subjektiv als auch objektiv beurteilbar und k\u00f6nnte aufgrund der subjektiven Komponente auch dem positiven Gef\u00fchl untergeordnet werden.<\/p>\n<h5>Positive Beziehungen (positive Relationships)<\/h5>\n<p>Das soziale Miteinander und Beziehungen geh\u00f6ren zu den bedeutsamsten Aspekten des Lebens und Menschen suchen aktiv nach emotionalen und physischen Interaktionen mit anderen Menschen. Starke Beziehungen k\u00f6nnen in schwierigen Zeiten Halt geben und eine Quelle der Freude sein.<\/p>\n<h5>Errungenschaften (Accomplishment)<\/h5>\n<p>Errungenschaften beinhaltet expliziten Zielen im Leben nachzugehen, im Leben fortzuschreiten und das Gef\u00fchl zu haben, t\u00e4gliche Aktivit\u00e4ten aus\u00fcben zu k\u00f6nnen. Erfolg, Leistung und Kompetenz werden um ihrer selbst willen gesucht und tragen ebenfalls zum Wohlbefinden bei<\/p>\n<p>Die Well-Being Theory von Seligman (2011) stellt eine Erweiterung der <a name=\"AHT\"><\/a>Authentic Happiness Theory von Seligman (2002) dar: Diese sah urspr\u00fcnglich drei \u201eOrientierungen zum Gl\u00fcck\u201c, d.h. drei unterschiedliche Wege zum Wohlbefinden, vor: Das Verfolgen von Vergn\u00fcgen und positiven Emotionen, das Verfolgen von Engagement und das Verfolgen von Sinn. In der Revision von 2011 nahm Seligman, wie oben beschrieben, die Komponenten Errungenschaften (accomplishment) und positive Beziehungen (positive relationships) hinzu. Eine weitere entscheidende Ver\u00e4nderung zur Theorie des authentischen Gl\u00fccks ist, dass Gl\u00fcck und Lebenszufriedenheit den \u201epositiven Emotionen\u201c zugeordnet und nicht mehr als Ziel der gesamten Theorie angesehen werden.<\/p>\n<p><a name=\"messwohl\"><\/a><\/p>\n<h3>Messung<\/h3>\n<h5>Orientations to Happiness Questionnaire, OTH (Peterson, Park &amp; Seligman, 2005; deutsche Version von Ruch, Harzer, Proyer, Park &amp; Peterson, 2010a)<\/h5>\n<p>Der OTH misst die drei Wege zum Wohlbefinden gem\u00e4ss Seligmans (2002) Authentic Happiness Theory: Das Verfolgen von Vergn\u00fcgen, von Engagement oder von Sinn.<\/p>\n<h5>Positive Relationships- and the Accomplishment-scale (Gander, Proyer &amp; Ruch, 2016)<\/h5>\n<p>Diese Skala erfasst das Verfolgen der Komponenten \u201epositive Beziehungen\u201c und \u201eZielerreichung\u201c des PERMA Modells und kann zur Erg\u00e4nzung des OTH eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Authentic Happiness Inventory, AHI (Seligman, Steen, Park &amp; Peterson, 2005)<br \/>\nDas AHI misst die allgemeine Zufriedenheit, das subjektive und das psychologische Wohlbefinden.<\/p>\n<h5>Die Ryff-Skala (1989)<\/h5>\n<p>Mithilfe der Ryff-Skala kann das psychologische Wohlbefinden in den sechs von Ryff postulierten Dimensionen gemessen werden.<\/p>\n<h5>The Mental Health Continuum- Short Form, MHC-SF (Lamers, Westerhof, Bohlmeijer, Klooster &amp; Keyes, 2011)<\/h5>\n<p>Das MHC-SF misst emotionales, soziales und psychologisches Wohlbefinden.<\/p>\n<h5>Satisfaction with life scale, SWLS (Diener, Emmons, Larsen &amp; Griffin, 1985)<\/h5>\n<p>Die SWLS ist eine Selbstbeurteilungsskala, die anhand von f\u00fcnf Fragen die globale Lebenszufriedenheit misst. Die SWLS hat sehr gute psychometrische Eigenschaften und ist in der Forschung weit verbreitet.<\/p>\n<h5>Subjective\/General Happiness Scale (Lyubomirsky &amp; Lepper, 1999)<\/h5>\n<p>Diese Skala misst das subjektive Gl\u00fcck.<\/p>\n<h5>Positive and Negative Affect Schedule, PANAS (Watson, Clark &amp; Tellegen, 1988)<\/h5>\n<p>Die PANAS ist ein Fragebogen, der das Erleben von positiven und negativen affektiven Zust\u00e4nden im Moment oder im Allgemeinen misst. Er besteht aus 20 Adjektiven, die zehn positive Empfindungen (z.B. freudig, interessiert) und zehn negative Empfindungen (z.B. bek\u00fcmmert, gereizt) umfassen.<\/p>\n<h5>Scale of Positive and Negative Experience, SPANE (Diener, Wirtz, Tov, Kim-Prieto, Choi, Oishi &amp; Biswas-Diener, 2009; deutsche Version von Rahm, Heise &amp; Schuldt, 2017)<\/h5>\n<p>Diese Skala ist ein 12-Item Fragebogen, der aus sechs Fragen zu positiven Gef\u00fchlen und sechs Fragen zu negativen Gef\u00fchlen besteht. Sowohl f\u00fcr positive als auch negative Gef\u00fchle sind drei Fragen allgemeiner Natur (z.B. positiv, negativ) und drei Fragen spezifischer Natur (z.B. freudig, traurig) enthalten.<\/p>\n<p><a name=\"befwohl\"><\/a><\/p>\n<h3>Ausgew\u00e4hlte Befunde<\/h3>\n<h4>Auswirkungen des subjektiven Wohlbefindens<\/h4>\n<p>Sich gl\u00fccklicher zu f\u00fchlen ist nicht nur ein angenehmer Zustand und das Ergebnis von g\u00fcnstigen Lebensumst\u00e4nden, sondern hat weitere wichtige Auswirkungen im Leben. Menschen, die mit ihrem Leben zufrieden sind und positive Emotionen erleben, unterscheiden sich in ihren Verhaltensweisen von ungl\u00fccklichen Personen (Diener &amp; Chan, 2011; Lyubomirsky, King, &amp; Diener, 2005): Beispielsweise ist es wahrscheinlicher, dass gl\u00fcckliche Menschen heiraten und verheiratet bleiben als weniger gl\u00fcckliche Menschen. Menschen, die gut gestimmt sind, handeln h\u00e4ufiger selbstlos und gl\u00fcckliche Menschen spenden Wohlt\u00e4tigkeitseinrichtungen mehr Geld. Sie m\u00f6gen andere Menschen mehr und werden von anderen mehr gemocht. Zudem zeigen Studien, dass gl\u00fcckliche Menschen ein h\u00f6heres Einkommen haben und mit einer h\u00f6heren Wahrscheinlichkeit nicht arbeitslos sind. Hohes subjektives Wohlbefinden f\u00fchrt zu besserer Gesundheit, einer h\u00f6heren Lebenserwartung, besseren sozialen Beziehungen und zu mehr Produktivit\u00e4t in der Arbeit (Edmans, 2012; Harter, Schmidt, Asplund, Killham, &amp; Agrawal, 2010). Personen in US Staaten, die eine h\u00f6here Lebenszufriedenheit aufweisen, haben eine h\u00f6here Lebenserwartung und ein niedrigeres Risiko an Herzkrankheiten, Krebs oder Diabetes zu sterben (Lawless &amp; Lucas, 2011).<\/p>\n<h4>Wohlbefinden und depressive Symptomatik<\/h4>\n<p>In einer Metaanalyse (Bolier et al., 2013) wurde die Effektivit\u00e4t positiver Interventionen untersucht;\u00a0das sind psychologische Behandlungsmethoden (Training, \u00dcbung, Therapie), die theoretisch in der Positiven Psychologie gegr\u00fcndet sind und darauf abzielen, positive Gef\u00fchle, positive Kognitionen und positive Verhaltensweisen zu kultivieren. Insgesamt konnten 39 Studien mit 6139 TeilnehmerInnen identifiziert werden. Als zentrales Ergebnis zeigte sich, dass positive Interventionen effektiv subjektives und psychologisches Wohlbefinden erh\u00f6hen und depressive Symptomatik reduzieren k\u00f6nnen. Dies weist darauf hin, dass Menschen ihr Wohlbefinden auch aktiv beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a name=\"refwohl\"><\/a><\/p>\n<h3>Referenzen<\/h3>\n<p>Bolier, L., Haverman, M., Westerhof, G., Riper, H., Smit, F., &amp; Bohlmeijer, E. (2013). Positive psychology interventions: A meta-analysis of randomized controlled studies. <em>BMC Public Health, 13<\/em>(119). http:\/\/dx.doi.org\/10.1186\/1471-2458-13-119<\/p>\n<p>Deci, E. L., &amp; Ryan, R. M. (2000). The \u201cwhat\u201d and \u201cwhy\u201d of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. <em>Psychological Inquiry, 11,<\/em> 227\u2014268. http:\/\/dx.doi.org\/10.1207\/S15327965PLI1104_01<\/p>\n<p>Diener, E. (1984). Subjective well-being. <em>Psychological Bulletin, 95,<\/em> 542\u2014575.<\/p>\n<p>Diener, E. (2013). 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(2012). <em>Flourish: Wie Menschen aufbl\u00fchen. Die positive Psychologie des gelingenden Lebens.<\/em> M\u00fcnchen, Deutschland: K\u00f6sel.<\/p>\n<p>Watson, D., Clark, L. A., &amp; Tellegen, A. (1988). Development and validation of brief measures of positive and negative affect: The PANAS scales. <em>Journal of Personality and Social Psychology, 54,<\/em> 1063\u20131070. http:\/\/dx.doi.org\/10.1037\/0022-3514.54.6.1063<\/p>\n<p>World Health Organization (2001). <em>The world health report: 2001: Mental health: New understanding, new hope.<\/em> Geneva, Switzerland: Author.<\/p>\n<p><a name=\"literaturwohl\"><\/a><\/p>\n<h3>Literaturtipp<\/h3>\n<p>Seligman, M. (2012). <em>Flourish: Wie Menschen aufbl\u00fchen.<\/em> M\u00fcnchen, Deutschland: K\u00f6sel.<\/p>\n<p><a name=\"linkwohl\"><\/a><\/p>\n<h3>Links<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.authentichappiness.sas.upenn.edu\">https:\/\/www.authentichappiness.sas.upenn.edu<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.reflectivehappiness.com\">www.reflectivehappiness.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Definition Wohlbefinden ist ein sehr komplexes Konstrukt, das nicht einfach zu definieren und zu messen ist. 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